17. Bayerischer Gästeführertag 2019

Augsburg – 2000 Jahre mitten in Europa

Überblick zum Gästeführertag

Vom 18. bis 19. Januar 2019 fand der 17. Bayerische Gästeführertag im Kongress am Park in Augsburg statt. Am Sonntag, 20. Januar 2019, konnte ein Teil der Tagungsgäste einen halbtägigen Busausflug ins Wittelbacher Land unternehmen.

Der Münchner Gästeführer Verein e.V. (MGV) übernahm – wie jedes Jahr – die Rolle des Veranstalters zu. Der Gästeführerverein Augsburg e.V. (GFVA) war diesmal der örtliche Ausrichter.

Teilgenommen hatten 195 Gästeführerinnen und Gästeführer überwiegend aus Bayern, aber auch aus Hessen, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Österreich, Tschechien und auch wieder aus der Schweiz.

Motivation für die Ausrichtung

Motive für die Ausrichtung des Gästeführertages in 2019 waren …

  • Entscheidende Sitzung der UNESCO-Welterbe-Kommission
  • Gedenken an Kaiser Maximilian I. (Todestag vor 500 Jahren)
  • Erinnerung an König Karl V. (Inthronisation vor 500 Jahren)
  • 300. Geburtstag von Leopold Mozart

Eröffnung und Grußworte

Das erste Grußwort zur Eröffnung stand der 1. Vorsitzenden des Münchner Gästeführer Vereins e.V. (MGV), Frau Reidun Alvestad-Aschenbrenner, zu, weil ihr Verein als Veranstalter verantwortlich zeichnete.

Ihr folgten Frau 2. Bürgermeisterin Eva Weber (Wirtschaftsreferat), Herr Ludwig Wiedemann (1. Vorsitzender des Gästeführervereins Augusta e.V. (GFVA) als Ausrichter), Herr MdL Johannes Hintersberger (1. Vorsitzender des Verkehrsvereins Region Augsburg e.V.) und Frau Beate Krauße (Vorstandsmitglied des Bundesverbands der Gästeführer in Deutschland e.V., BVGD).

Agenda am ersten Tag

Den ersten Fachvortrag hielt Herr Tourismusdirektor Götz Beck. Er ordnete das touristische Potenzial der Augsburger Wasserwirtschaft ein und erläuterte damit auch den Grund für die Welterbe-Bewerbung. Nachdem er viel über Augsburger Wasser sprach, erhielt er als Dank für seinen fulminanten Vortrag eine Flasche edlen, trockenen Champagner.

Ein sehr spaßvolles Referat zum Thema Europa, Augsburg und die Fugger – Globalisierung und Binnenmarkt im Mittelalter und heute hielt der Europaparlamentarier Markus Ferber. Er stellte die zentrale Rolle der Reichsstadt zu Zeiten Jakob Fuggers in den Mittelpunkt. Dabei konnte er sich den Hinweis, dass der Ursprung für München beim Reichstag 1158 in Augsburg gelegt wurde und dass die Münchner dafür immer noch dankbar sein sollten, nicht verkneifen. Die Münchner Kollegenschaft ging mit dem Hinweis allerdings gelassen um.

Nach dem kurzweiligen Europa-Thema nahm sich der Leiter Augsburg Marketing, Herr Ekkehard Schmölz, dem etwas komplexeren Thema UNESCO-Welterbe und die Auswirkungen auf das Stadtmarketing an. Seine Abteilung ist Teil der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH, einer Tochterfirma der Stadt Augsburg.

Christian Frick, Kassenwart des Bundesverbands, referierte zum Abschluss des ersten Tages über Unternehmerische Kenntnisse für Gästeführer und arbeitete dabei Unterschiede zwischen freiberuflicher Selbständigkeit und Gewerbe heraus.

Abendprogramm am ersten Tag

Als abendliches Rahmenprogramm wurde im Wirtshaus Riegele am Hauptbahnhof ein brauereitypischer Aperitif serviert.

Dem kalt-warmen Buffet gingen hochkarätige musikalische Darbietungen von vier jungen Augsburger Sängern und der auflockernde Auftritt von Mozarts Bäsle in historischer Gewandung voraus.

Agenda am zweiten Tag

Mit Referaten von zwei namhaften Augsburger Wissenschaftlern begann der zweite Tag. Frau Dr. Christina von Berlin hatte das Thema Das Augsburger Silber in aller Welt übernommen. Nebenbei nutzte sie die Gelegenheit, für die prachtvolle Sonderausstellung (Juni bis September 2019) zum Gedenken an Kaiser Maximilian I. zu werben.

Über Elias Holl und das Augsburger Rathaus sprach Dr. Gregor Nagler. Er weitete das Thema um wichtige Informationen zu weiteren Holl-Bauten aus.

Alte Handwerkstechniken lagen dem Restaurator Klaus Häfner am Herzen. Ein besonderer Schwerpunkt war die Verarbeitung von Blattgold im Zuge von Restaurierungen.

Herr Dr. Fabian Fiederer und Herr Dr. Andreas Kuhn, beide vom Haus der Bayerischen Geschichte, erläuterten die Vorbereitungen für die Landesausstellung „Hundert Schätze aus tausend Jahren“ (2019/20 in Regensburg) und für die neue Dauerausstellung im neuen Museum der Bayerischen Geschichte ebenfalls in der Donaustadt.

Augsburg zu Fuß

Als kostenfreies Nachprogramm boten zehn Augsburger Gästeführerinnen Stadt- und Museumsführungen zu unterschiedlichen Themen an. Sehr begehrt waren die Themen 2000 Jahre und 2000 Schritte in 2 Stunden, Führungen im Fugger- und Welsermuseum, Safran, Zimt und Co. sowie Augsburg mit allen Sinnen erleben. Natürlich waren auch die Themen Bert Brecht, UNESCO-Welterbe-Bewerbung, Sagen in Augsburg und das Römermuseum dabei.

GFVA-Organisationsteam während der Tagung

Sonntagsausflug ins Wittelsbacher Land

Viel Zuspruch fand das sonntägliche Ausflugsprogramm, das der Gästeführerverein Augusta e.V. zusammen mit spendablen Sponsoren für die 60 Gäste kostenfrei anbieten konnte. Ganz kostendeckend waren die Programmpunkte nicht, aber dem Verein war es eine Ehre, dass soviele Kolleginnen und Kollegen den teilweise weiten Weg nach Augsburg auf sich genommen haben. Ein Gästeführertag fördert auch das Renomee des ausrichtenden Vereins.

Der 5-Sterne-Luxus-Bus von Hörmann-Reisen brachte die Kollegenschaft unter der Reiseleitung von Ludwig Wiedemann pünktlich ins benachbarte Wittelsbacher Land. Der Friedberger Bürgermeister Roland Eichmann lud ins frisch renovierte Herzogsschloss. Zwei Friedberger Kolleginnen führten zu den wichtigsten Punkten in Friedberg. Der Aichacher Bürgermeister Klaus Habermann empfing die Delegation im Hochzeitssaal von Schloss Blumenthal. Den Abschluss bildete ein Besuch in der Wallfahrtskirche Maria Birnbaum.

Die Disziplin der Tagungsteilnehmer, das strenge Zeitmanagement, die Themenauswahl, die Referenten und der organisatorische Ablauf wurden sehr gelobt. „Augsburg habe wieder Geschichte geschrieben“, war die Zusammenfassung eines Tagungsteilnehmers.

(c) Text und Fotos: Gästeführerverein Augusta e.V.; Fotografen: Ludwig Wiedemann und Georg Reichlmayr